Seminare

Zu Ihrer Sicherheit:

Es gibt zahlreiche Anbieter, die Kurse für den Erwerb der Fachkenntnisse (früher Sachkunde) für Laserschutzbeauftragte durchführen und viele verschiedene Seminartitel. Da ist die Auswahl des richtigen Anbieters und Lehrgangs nicht ganz leicht. Orientierung bietet die TROS Laserstrahlung (die viele aber erst im Lehrgang kennen lernen) und Werbung und Information auf den Internetseiten der Kursanbieter. Leider kursieren dort aber einige Begriffe, die eben doch mehr Werbung als sachlich richtige Information sind.

Damit Sie bei der Kursauswahl nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, möchten wir Ihnen diese Hilfe an die Hand geben:

Nach welcher Richtlinie muss ausgebildet werden?

Die Ausbildung von Laserschutzbeauftragten ist in der Unfallverhütungsvorschrift „Laserstrahlung“ (DGUV Vorschrift 11, früher BGV B2) und in der OStrV (Konkretisiert durch die TROS Laserstrahlung) geregelt. Hat Ihre BG die DGUV Vorschrift 11 noch nicht zurückgezogen, muss nach dieser und nach der TROS Laserstrahlung ausgebildet werden. Andere Vorschriften, auf die häufig verwiesen wird (VBG 93, BGI 832, DIN EN 60825), entsprechen nicht dem aktuellen Rechtsrahmen für die Ausbildung.

Gibt es Teilnahmevoraussetzungen?

Nein, aber Obacht!! Im Prinzip kann jeder Interessierte an einer Ausbildung zum Laserschutzbeauftragten teilnehmen.  Zum Laserschutzbeauftragten bestellt werden kann aber nur, wer eine zum Anwendungsfall passende  Ausbildung und entsprechende Berufserfahrung hat. Z.B. soll ein Laserschutzbeauftragter für technische Anwendungen eine abgeschlossene technische oder naturwissenschaftliche Berufsausbildung haben (mindestens zwei Jahre) und über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung verfügen (analoges gilt für die Bereiche Medizin, Kosmetik, Show sowie Bau und Vermessung). Die Auswahl des geeigneten Mitarbeiters obliegt dem Arbeitgeber (Auswahlverantwortung).

Ich habe Prüfungsangst – Muss die Prüfung wirklich sein?

Ganz klar: Ja! Laut OStrV ist eine erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang nachzuweisen. Dies impliziert eine Erfolgskontrolle in Form einer Prüfung. In der Technischen Regel TROS Laserstrahlung sind aus diesem Grund sogar Art und Umfang der Prüfung beschrieben: Ein Multiple-Choice-Test mit mindestens 15 Fragen. Die Prüfung muss vom Anbieter fünf Jahre zur Einsichtnahme aufbewahrt werden. Eine Teilnahmebescheinigung auf der keine erfolgreiche Teilnahme bestätigt wird, nützt Ihnen nichts. Kursanbieter die eine erfolgreiche Teilnahme bestätigen, ohne dass eine Prüfung durchgeführt wurde, bilden nicht nach den Empfehlungen der TROS Laserstrahlung aus.
Und bedenken Sie: Sie übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe. Eine Lernerfolgskontrolle dient Ihrer Sicherheit, dass Sie die wesentlichen Inhalte des Lehrgangs verstanden haben!

Läuft das Zertifikat ab? Muss ich regelmäßig Fortbildungen besuchen?

Auch hier gibt es eine klare Regelung – Ja! Sie haben gemäß OStrV § 5(2) die Pflicht dazu: „Die fachliche Qualifikation ist durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang nachzuweisen und durch Fortbildungen auf aktuellem Stand zu halten.“ An den Fristen wird derzeit noch gearbeitet. Wahrscheinlich ist aber eine Wiederauffrischung alle fünf Jahre. Somit gibt es keine lebenslang gültigen Zertifikate. Wie die Auffrischung erfolgen soll, muss in der Technischen Regel noch konkretisiert werden.

Akkreditierter oder Zertifizierter Anbieter? Wer lässt die Kursanbieter zu?

Kurz und knapp: Niemand. Es gibt weder speziell für die Ausbildung von Laserschutzbeauftragten akkreditierte noch zertifizierte Anbieter (und demzufolge auch keine offiziell anerkannten Zertifikate). Es gibt nur mehr oder weniger qualifizierte Kursanbieter. Aber dafür gibt es keine Bescheinigung durch irgendwen. Eine Zulassung der Kursanbieter durch die zuständige Stelle (z. B. staatliche Arbeitsschutzbehörde oder Unfallversicherungsträger) ist auch weiterhin nicht vorgesehen.

Wer einen Laserschutzbeauftragten ohne die erforderlichen Fachkenntnisse bestellt, handelt ordnungswidrig. Auch ist denkbar, dass bei fehlenden Fachkenntnissen im Falle eines Unfalls eine Mithaftung des Laserschutzbeauftragten oder des Arbeitgebers zum Tragen kommt. Wählen Sie den Anbieter für Ihre Ausbildung daher sorgfältig aus.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben.

Ihr Team von der LZH Laser Akademie